Anhand der Daten der „Voices on Values“-Studie beleuchtet dieser Bericht die Einstellungen der Griechen zu einer offenen Gesellschaft. Trotz eines Jahrzehnts geprägt von wirtschaftlicher Not und damit einhergehenden politischen Unsicherheiten werden die Werte einer offenen Gesellschaft als wichtig bewertet, insbesondere diejenigen, die mit politischen Rechten und Freiheiten, aber auch mit Minderheitsrechten und kultureller Heterogenität verbunden sind.

Tatsächlich zeigen viele Griechen ein tief verwurzeltes Engagement für Werte einer offenen Gesellschaft, denn politische Rechte und Freiheiten werden gegenüber wirtschaftlichen, politischen und sozialen Anliegen priorisiert. Es sind jedoch auch einige von ihnen bereit, die Werteprinzipien einer offenen Gesellschaft für wirtschaftliche und politische Stabilität einzutauschen. Die Überwindung wirtschaftlicher Probleme wird daher wichtig sein, wenn die Werte einer offenen Gesellschaft in Griechenland weiter gestärkt werden sollen.

Zudem offenbaren einige Griechen, dass ihre Unterstützung für die Rechte von Minderheiten schwindet, wenn diese als eine Bedrohung für die eigenen kulturellen Traditionen und Lebensweisen betrachtet wird. Diese Ambivalenz im kulturellen Bereich spiegelt sich indirekt auch in den Eigenschaften wider, welche die Griechen als wesentlich  für jemanden halten, der als Grieche gilt. Nach Ansicht der Mehrheit stellt die Übernahme der griechischen Sitten und Lebensweisen den wichtigsten Aspekt dafür dar, während eine beträchtliche Minderheit sowohl ethnische als auch bürgerliche Merkmale als entscheidend dafür betrachtet, wenn jemand als Grieche angesehen werden soll. Politiker, die die Werte einer offenen Gesellschaft stärken wollen, sollten also klarstellen, dass Minderheitsrechte die Mehrheit nicht daran hindert, ihre eigene Lebensweise zu bewahren.

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Über die Autorin: Effrosyni Charitopoulou promoviert gegenwärtig an der Universität von Oxford im Fach Soziologie.