Pop­ulis­mus als poli­tis­che Meth­ode gibt es schon sehr lange. Wörtlich genom­men bezieht es sich auf die Verbindung der Poli­tik mit dem „Pop­u­lus“, dem Volk. Aber in den let­zten Jahren hat der Gebrauch pop­ulis­tis­ch­er Rhetorik in der Poli­tik deut­lich zugenom­men.

Eine Rei­he neuer pop­ulis­tis­ch­er Parteien hat Europa erobert — ein neues Gespenst, das in Europa umge­ht? Ange­fan­gen mit dem franzö­sis­chen Front Nation­al und der Frei­heitlichen Partei Öster­re­ichs (FPÖ) kann man eine lange Liste poli­tis­ch­er Parteien in ganz Europa nen­nen, die sich pop­ulis­tis­ch­er Rhetorik bedi­enen: die Schwe­den­demokrat­en, der bel­gis­che Vlaams Blok, die nieder­ländis­che Partei für die Frei­heit (PVV), die pol­nis­che Partei für Recht und Gerechtigkeit (PiS), Syriza in Griechen­land, die Alter­na­tive für Deutsch­land, die Fünf-Sterne-Bewe­gung in Ital­ien oder Podemos in Spanien, um nur einige zu nen­nen. Diese Parteien haben nicht nur unter den Wäh­lerin­nen und Wäh­lern große Sprünge gemacht. Sie haben auch die poli­tis­che Land­schaft Europas grundle­gend verän­dert. Was ist die Grund­lage für den jüng­sten Erfolg des Pop­ulis­mus in Europa?

Mit dieser Frage und dem Erfolg pop­ulis­tis­ch­er Parteien in ganz Europa set­zt sich dieser Bericht, her­aus­gegeben von Anne Hey­er und Chris­tine Hüb­n­er, auseinan­der. “Europe’s new spec­tre: Pop­ulist par­ties — A jour­ney around the continent’s new and old pop­ulist par­ties” bün­delt die Exper­tise von Exper­tin­nen und Experten aus ver­schiede­nen europäis­chen Län­dern, die über pop­ulis­tis­che Parteien in ihrem Land zu informieren, Ähn­lichkeit­en zwis­chen pop­ulis­tis­chen Parteien in ganz Europa iden­ti­fizieren und ihren Erfolg erk­lären. Der Bericht gibt einen tiefen Ein­blick in den Pop­ulis­mus und geht über die oft gen­er­al­isierten und paneu­ropäis­chen Aus­sagen zu pop­ulis­tis­chen Parteien hin­aus.

Neun Experten beant­worten unsere Fra­gen zur Entwick­lung pop­ulis­tis­ch­er Parteien im jew­eili­gen lokalen und his­torischen Kon­text. Ioan­nis Vlas­taris und Kon­stan­ti­nos Kosta­gian­nis schreiben über die vie­len Verän­derun­gen von Syriza in Griechen­land, Maria Tyr­berg über die Wahler­folge und Wege zum Erfolg der Schwe­den­demokrat­en und Javier Martínez-Can­tó über die poli­tis­chen „Entre­pre­neure“ von Podemos in Spanien. Kriszt­ian Simon erk­lärt Vic­tor Orbans Machter­grei­fung in Ungarn, Hon­o­ra­ta und Aga­ta Maze­pus die Erfol­gs­geschichte der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in Polen. Timo Lochoc­ki schreibt über den Schein­riesen der deutschen Poli­tik, die Alter­na­tive für Deutsch­land (AfD) und Char­lotte de Roon über Geert Wilders’ Einzelkämpfer­tum mit sein­er nieder­ländis­chen Partei für die Frei­heit (PVV). Ihre Beiträge wur­den zunächst als Blogserie unter dem Titel “Pop­ulis­mus in Europe” auf dem Blog von d|part veröf­fentlicht. Sie wur­den tausende Male gele­sen und geteilt. Dieser Band fasst alle Beiträge der Rei­he zusam­men und nimmt Sie mit auf eine Reise durch die neuen und alten pop­ulis­tis­chen Parteien Europas.

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